Ich habe den unten erwähnten Bericht zum Folterpräsidenten Bush noch um die auf der verklinkten ARTE-Seite stehende Inhaltsangabe des Films erweitert. Denn: “wie das heute so ist” — man liest das ja inzwischen meistens schon nicht mehr, wenn es auf der nächsten Seite steht. Das waren noch andere Zeiten, als die Gründlichkeit (will sagen: die Ernsthaftigkeit sowohl den Dingen als auch sich selbst gegenüber) noch eine andere war.

Ich hatte das mal an einer äußerst präzisen Aufrufstatistik, die mir ein früherer Provider zur Verfügung stellte, nachvollziehen können. Da wurde mir dann mehr über das “Surf”-Verhalten der Menschen klar. Es ging da um einen Text, den man erst verstehen konnte, wenn man den betreffenden zur Hintergrundinformation führenden Link anklickte und dort diese Hintergrundinformation auf sich wirken ließ. Verblüfft mußte ich feststellen, daß praktisch keiner diesen Link benutzte. Ich hätte ihn mir also auch sparen können. Dann hätte ich mir aber auch den dort verlinkten Beitrag sparen können. Und hätte ich mir natürlich auch gleich den von den Lesern noch gelesenen Hauptbeitrag sparen können, einfach weil er ohne die Hintergrundinformation keinen Aussagewert mehr besaß.

“Wie das heute so ist” — so ist das eben, leider. Vielleicht gibt es auch deshalb wieder mehr Folter. Desinteresse, fehlende Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, vor allem, wenn es nicht zur sofortigen Bedürfnisbefriedigung führt, sondern ein kleines bißchen Mitdenken und Nachdenken erfordert — ich sehe da einen gar nicht zufälligen Zusammenhang mit Phänomenen wie Folter und Grausamkeit und Kriegsgreuel. Es sind nicht einfach nur diese bestimmten Soldaten, die das aus einer willkürlichen inneren Not heraus tun, sondern das hängt alles miteinander zusammen. Und der bequem mit seiner Maus durchs Web klickende “Surfer” ist kein davon getrennt zu sehendes Wesen.