In Radio Reschke kann anhand von vier verschiedenen Rachmaninow-Einspielungen die eigene Beobachtungsgabe getestet werden.
Klassik Livestream
- Washington (x)
- Arizona (x)
- Radio Swiss (x)
Bewußtheit
GLR Blogs
GLR Webseiten
Lesetips
Sonstige Lesezeichen
Neueste Kommentare
Beliebteste Beiträge
Smooth Jazz Livestream
- The Wave (x)
- Radio Deluxe (x)
- Radio DeluxeLounge (x)
Kategorien
- Ankündigungen (4)
- Aufklärung (6)
- GLR Log (3)
- Ideen (1)
- Kulturreflexionen (1)
- Musik (3)
- Phönix-Wörterbuch (1)
- Phönix-Wiki (2)
- Politik (14)
- Radio Reschke (20)
- Schamane GLR (4)
- Schamane GLR/Bücher (2)
- Schamanenschule (3)
- Surfen (2)

5 comments
Comments feed for this article
6. April 2008, 13:00 um 13:00
Axel
Danke für die interessante Zusammenstellung. Ich habe nun nach einigen Tagen noch ein zweites Mal hineingehört, die Aufnahme mit Yefim Bronfman ist für mich die beste.
Horowitz und Kissin sind bei mir recht schnell ausgeschieden, es ist mir zu kontrolliert, vom Kopf her, zuwenig inneres Band zwischen den Noten, ein “Verhalten”, kein frei fließendes Gefühl. Der ganz feine, bewegende Rhythmus ist nicht da.
Martha Argerich war schon viel besser, kommt für mich aber nicht an Bronfman heran. Er hat das Stück ganz verinnerlicht und verstanden und dies kommt in seinem Spiel zum Ausdruck.
(Seine Mitspieler, die Wiener Philharmoniker, sind natürlich auch sehr gut.)
6. April 2008, 13:37 um 13:37
Gerd-Lothar
Danke, Axel, für Deinen Beitrag. Ich war schon ganz enttäuscht gewesen, weil sich niemand geäußert hatte — ich hatte ursprünglich gedacht (und denke es noch immer), die Fragestellung/Aufgabe wäre schon sehr ergiebig und reizvoll. Es wäre schön, wenn sich noch andere dazu äußern würden; es gibt da ein großes Feld von Entdeckungen, Nuancen und unterschiedlichen Aspekten. Mit plumpen Schubladen läßt es sich jedenfalls nicht abhandeln.
7. April 2008, 0:06 um 0:06
Michael K
Jetzt, wo der Damm gebrochen ist, möchte ich mich auch noch dazu äußern. Bisher habe ich mich ein bisschen geniert, da mein Hörvermögen eigentlich unzureichend ist, um das auch nur halbwegs adäquat zu beurteilen.
Ich bin nun allerdings froh Axels Beurteilung zu lesen, da ich mir nach dem Hören etwas Ähnliches gedacht habe. Für mich ist ebenfalls eindeutig die Aufnahme von Yefim Bronfman die, die mir am besten gefällt.
Es fällt mir ein bisschen schwer das zu begründen. Für mich liegt in seiner Aufnahme die meiste Kraft, sie ist gewissermaßen am überwältigensten (falls es für dieses Wort überhaupt einen Superlativ gibt).
Das mag zu einem Gutteil auch daran liegen, dass ich beim Spielen immer ein bisschen zugesehen habe und dadurch beeinflusst wurde. Mir scheint sie auch akustisch am besten zu sein, das Klavier klingt ebenfalls am schönsten.
Ich glaube aber der wesentliche Grund ist, dass meinem Empfinden nach seine Art zu spielen, die Betonungen, die Akzente, die er setzt, sowie die Art der “Schwere” am besten mit dem Konzert selbst harmonieren.
Kissin gefällt mir an und für sich ebenfalls nicht schlecht, aber mir ist da zu wenig Leben darin, es ist irgendwie zu luftig, fast “nur” luftig, es kommt irgendwie nicht in die niederen Sphären herab (ganz ehrlich: ich weiß auch nicht, ob ich mir das alles nicht bloß einbilde).
Zu Horowitz und Argerich möchte ich jetzt nichts sagen, wobei mir Argerich besser gefällt. Mit Horowitz kann ich irgendwie überhaupt nichts anfangen.
3. Mai 2008, 11:50 um 11:50
Christian
Hallo Gerd-Lothar,
danke für diese Zusammenstellung.
Ich habe mir nun alle vier Aufnahmen angesehen (angehört), wobei ich den Anfang der ersten Aufnahme (Argerich) zum Schluss nochmal gehört habe, um den Kreis zu schliessen.
Mir ist aufgefallen, dass alle vier Pianisten und Pianistinnen ohne Noten spielen. Ich weiss nicht, ob das selbstverständlich ist, mich hat es auf jeden Fall beeindruckt. Ferner ist mir anhand dieses Vergleiches zum ersten Mal richtig klar geworden, wie sehr die Qualität und der Ausdruck eines Konzertes vom Dirigenten und seiner Wirkung auf das Orchester abhängt.
Martha Argerich:
Sie spielt weich, geschmeidig, anmutig und entrückt. Ihr Spiel scheint in einer eigenen Welt stattzufinden, das fast unabhängig vom Orchester seinen Lauf nimmt und diesem doch treu folgt. Sie bringt das Stück zum Leben und zum Atmen. Es ist auch eine gewisse Düsterkeit bei ihr auszumachen, die sich aber hervorragend zur Freude des Dirigenten bewegt. Überhaupt kommt hier vor allem durch den Dirigenten Lebenskraft und Hingabe zum Ausdruck, welche die ganze Aufnahme zu einem Erlebnis machen.
Vladimir Horowitz:
Ich kannte ihn bisher nur von sehr schönen Solo-Aufnahmen, war hier aber etwas enttäuscht. Sein Spiel ist konservativ, fast langweilig. Es scheint, als ob er dem Stück keine eigene Note geben kann. Er würde es wahrscheinlich immer gleich spielen. Er kämpft auch eher mit dem Stück anstatt mit ihm zu fliessen. Der Dirigent fällt mir gerade anfangs durch eine Art Gleichgültigkeit und Desinteresse auf. Er scheint nicht voll bei der Sache zu sein.
Evgeny Kissin:
Spielt er mit Handschuhen? Es ist die schlechteste Aufnahme, sowohl akustisch als auch visuell. Insofern ist mein Eindruck möglicherweise allein dadurch getrübt. Es muss aber gesagt werden, dass Kissin sehr ausdrucksstark und impulsiv spielt. Seine Finger tanzen leichtfertig über die Tasten, das spielerische Komponente seiner Interpretation ist schön anzuhören.
Yefim Bronfman:
Meisterhaft, elegant und hingebungsvoll. Diese Worte kamen mir zuerst in den Sinn. Hier lebt das Stück von Klasse seiner Interpreten. In manchen Passagen spielt Bronfman mit dem Klavier und scheint die Tasten zu kitzeln, an anderen Stellen streichelt er sie sanft. Dann wieder spielt er intensiv und kräftig. Immer respektvoll und immer bestimmend. Selbst das Hochheben der Hände von der Tastatur hat etwas anmutiges. Ich hatte sogar einmal das Bild eines Magiers vor Augen. Am Ende hatte ich Gänsehaut.
Ich bin sehr froh, diesen Vergleich nun einmal gehabt zu haben. Ich habe nun ein besseres Gefühl dafür, was eine gelungene Interpretation ausmacht und wovon sie abhängt.
Gruß,
Christian
4. Mai 2008, 20:05 um 20:05
blooming2
Lieber Gerd-Lothar
Ich habe mir jetzt die verschiedenen Künstler angehört.
1. Martha Argerich
Hat mir am besten gefallen, weil sie ausser viel Gefühl sehr aussagekräftig Klavier spielt. Bei ihr konnte ich Mut und Lebensfreude heraushören.
2. Vladimir Horowitz
Macht auf mich einen etwas verstockteren Eindruck, fast ein wenig militärisch. Hat mich nicht sonderlich berührt.
3. Evgeny Kissin
Dieser hat mich fast ein wenig nervös gemacht mit seiner Langsamkeit. Hatte das Gefühl, daß er durch die Langsamkeit Gefühl ausdrücken möchte, jedoch entsteht bei mir der Eindruck, daß er sich nicht traut. Ein wenig zögerlich. Fand ich am schlechtesten von allen. (Erinnert mich an meine eigenen Klavierversuche.)
4. Yefim Bronfman
Diese Interpretation gefiel mir nach Martha Agerich am besten, weil er Gefühl, Leichtigkeit und Lebensmut zeigt. Martha spielt jedoch noch etwas bestimmter, selbstbewusster.
Der Unterschied bei den Dirigenten hat mich auch sehr überrascht.
Liebe Grüsse
Tatiana